Qualitätsprüfungen von Mineralölprodukten

Von B wie Benzin bis hin
zu S wie Schweröl...

Ottokraftstoff (Benzin)

Ottokraftstoff besteht nach DIN EN 228 vorwiegend aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen, die mittels Destillation aus Rohöl gewonnen werden. Die Fraktion des Rohöls mit dem Siedebereich zwischen 35 °C und 210 °C wird als Rohbenzin (Naphtha) bezeichnet. Motorenbenzin bzw. Ottokraftstoff ist ein veredeltes Rohbenzin. Durch Blending wird das Rohbenzin auf die notwendigen Parameter in den entsprechenden Kraftstoffnormen eingestellt. Neben speziellen Additiven wird auch Ethanol bzw. Bioethanol beigemischt.

Die GMA ist für die Überprüfung aller Parameter der DIN EN 228 akkreditiert. Den Leistungskatalog „Analysen” können Sie außerdem hier downloaden. 

Im Folgenden wird eine Auswahl von Prüfverfahren näher beschrieben:

Qualitätsprüfung: Oktanzahlen (ROZ und MOZ)

Klopffestigkeit

Die Klopffestigkeit ist die Eigenschaft eins Kraftstoffes sich nicht bereits bei der Verdichtung des Kraftstoffes unkontrolliert selbst zu zünden und dabei zu verbrennen. Das heißt, dass das Luft-Kraftstoffgemisch im Motor nicht nur durch den Zündfunken, sondern auch durch die Kompression zum Entzünden kommt. Eine Oktanzahl beschreibt dieses Phänomen unter definierten Bedingungen. Mit einer hohen Oktanzahl können der Wirkungsgrad und damit auch die Leistung des Motors erhöht werden. Die Oktanzahl ist jedoch kein Maß für den Energiegehalt oder für eine bessere Verbrennung. Mehr Leistung kann aber nur durch die Anpassung der Motorenparameter auf den Kraftstoff erreicht werden, nicht jedoch nur durch eine Betankung eines Ottokraftstoffes mit höherer Oktanzahl. Dieselkraftstoff, der versehentlich beim falschen Tanken in den Tank gekommen ist, senkt die Oktanzahl und vermindert die kontinuierliche Mischung des Gases. Deshalb können schon wenige Tropfen Dieselkraftstoff im Ottokraftstoff zu Problemen im Fahrbetrieb führen.

CFR-Prüfmotoren

Der CFR-Prüfmotor ist ein 4-Takt-Ottomotor mit einem Zylinder, der eine verstellbare Kompression besitzt. Seinen Namen hat er vom Cooperative Fuel Research Committee, welches das Verfahren und den Motor entwickelt hat. Der CFR-Prüfmotor hat bis zu vier Tanks, die man bei laufendem Motor einzeln umschalten kann. Somit kann man mit Hilfe eines oder mehrerer Vergleichskraftstoffe, die im Prüflabor gemischt werden, die Oktanzahlen bestimmen. Einer Prüfanzeige wird entnommen, ob der Vergleichskraftstoff und die Probe die gleiche Klopffestigkeit aufzeigen. Diesbezüglich wird zwischen den Oktanzahlen ROZ und MOZ unterschieden, die für unterschiedliche Prüfwerte von Bedeutung sind (vgl. ROZ und MOZ). 

Research-Oktanzahl (ROZ)

Die Research-Oktanzahl (ROZ) beschreibt das Verhalten des Kraftstoffes im Motor bei niedrigerer Temperatur und Drehzahl. Damit wird versucht, ein Beschleunigungsverhalten zu simulieren. Diese Oktanzahl wird in Deutschland auf der Zapfsäule angegeben. Laut DIN EN 228 muss die ROZ für einen Super-Ottokraftstoff mindestens 95,0 und für einen Super-Plus-Ottokraftstoff mindestens 98,0 betragen. Grundsätzlich liegt die ROZ meist höher als in der Spezifikation mindenstens gefordert.

Motor-Oktanzahl (MOZ)

Die Motor-Oktanzahl (MOZ) beschreibt das Verhalten des Kraftstoffes im Motor bei hoher Drehzahl und hohem Temperaturbereich. Man kann hier auch von einem Volllastbereich sprechen, vergleichbar mit einer Autobahnfahrt. Diese Oktanzahl ist der Allgemeinheit eher unbekannt, da sie nicht an Tankstellen angegeben wird. Laut DIN EN 228 muss die MOZ für einen Super-Ottokraftstoff mindestens 85,0 und für einen Super-Plus-Ottokraftstoff mindestens 88,0 betragen. Produktbedingt liegt die MOZ meist an der Grenze der Spezifikation.

Qualitätsprüfung: Stickstoff-Bestimmung

Bei der Verbrennung von Kraft- und Brennstoffen entstehen Stickoxide (NOx) als ungewollte Nebenprodukte.  Für die Hersteller von Verbrennungsanlagen ist es wichtig, den genauen Gehalt an chemisch gebundenem Stickstoff im Kraft- bzw. Brennstoff zu kennen um die Anforderungen der TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) an die NOx-Emissionen einzuhalten.

Ein Verfahren zur Bestimmung des Gehaltes an gebundenem Stickstoff ist die Verbrennung mit anschließender Detektion durch einen Chemilumineszenzdetektor nach DIN-Norm DIN 51444.